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Der Regisseur und Dramatiker René Pollesch räumt mit Theater-Klischees auf und bringt Schauspieler nicht nur mit seinem Tempo an ihre Grenzen.
< Anja-Maria Foshag ![]() Das Stück „Solidarität ist Selbstmord“ des jungen Regisseurs René Pollesch wird gerne als „orgeastisches Highspeed-Theater“ beschrieben. Die Definition trifft exakt, was Zuschauer an einem Pollesch-Abend erleben: lautes, schnelesl, verwirrendes Schauspiel. Der Provokations-Profi macht „Theater so schnell wie die Formel 1“, titelte die Bild-Zeitung, „Handlung, Ideen, Andeutungen werden gewechselt wie Reifen beim Boxenstopp“. Bernd Moss, Schauspieler und Pollesch-Experte, sagt über seine erste Begegnung mit einer Pollesch-Inszenierung: „Der Text kam so schnell, dass ich dachte, ich lache später.“ Anna Böger, Darstellerin an den Kammerspielen, erzählt über die Zusammenarbeit mit Pollesch: „Es geht zum Beispiel um die Frage, wie nähert man sich auf der Bühne dem Thema Unterschicht. Da sagt Pollesch, Man kann es im Theater nicht einfach so machen, dass man einen Schauspieler in dreckigen Unterhosen hinsetzt, der dann Prekariat spielt.“ Pollesch, 1962 in der hessischen Provinz bei Friedberg geboren, verwehrt sich nicht nur klischeehaften Theaterbildern. Er will Dinge, die unter den Tisch fallen, auf die Bühne bringen. Als einer der ersten schrieb er über prekäre Arbeitsverhältnisse der Praktikums-Generation, angetrieben durch seine eigene Biografie. Ende zwanzig nach seinem Theaterwissenschaftsstudium in Gießen war er nach einigen erfolgreichen Arbeiten bei den Auftraggebern plötzlich out. Pollesch sagt über diese Zeit: „Nicht gefragt zu sein in dem Bereich, in dem ich arbeiten wollte, das war psychischer Stress.“ Was aber, wenn aus dem Wunsch, sich selbst zu verwirklichen, nichts wird? „Für die Arbeit am Selbst gibt es eben nicht genug offene Stellen“, sagt Pollesch, „Selbstverwirklichung ist wie ein diffuses Versprechen. Wie die wahre Liebe, die jeder erleben will. Es gibt diese Behauptung, dass die wahre Liebe allen offen steht. Aber vielleicht ist das gar nicht so.“ Damit kommt Pollesch auf die zentralen Themen seiner Werke, für die er Theaterautor, Dramatiker und Regisseur in Personalunion ist. Die falschen Versprechungen der globalen Marken- und Marktgesellschaft. Es geht um den Marktwert des Menschen, um die Bedeutung von Fake und Wirklichkeit, Glücksvorstellungen, Liebe und Träume. Was, wenn unsere Träume nur von Verbrechern realisiert werden können?, wird in dem Stück „Solidarität ist Selbstmord“ gefragt. Und kann Liebe echt sein und gleichzeitig bezahlt? Liebe, das gefragteste Gut, entzieht sich den Gesetzen des Marktes, sagt Polleschs Hausphilosoph Carl Hegemann. Pollesch will sich vom „Repräsentationstheater“ absetzen, das dem Publikum einen Hamlet aufzwingen wolle und damit die eigene Realität vergessen mache. „Alles, was nicht mit den Schauspielern zu tun hat, wird bei uns rausgeworfen“, sagt Pollesch über seine Herangehensweise. Mittlerweile ist Pollesch mit seinem Polittheater selbst zu einer Marke geworden, die sich gut verkauft. Seine Durststrecke Anfang der Neunziger ist überstanden, er ist zu einem der wichtigsten zeitgenössischen Regisseure geworden, wird als „Erneuerer des politischen Theaters“ gefeiert und mit den wichtigsten Preisen in der deutschen Theaterlandschaft bedacht. Seine Arbeiten machen Station in Tokio, Wien und Hamburg. Heute ist er künstlerischer Leiter des Praters der Berliner Volksbühne. Seine Stückeerzählen von Menschen auf der Suche und immer zeigen sieSchauspieler, die sich um Kopf und Kragen reden, als könnten sie damit ihrer selbst ein wenig bewusster werden. Polleschs Theater ist nicht nur laut, schnell und verwirrend. Es macht vor allem nachdenklich. In einem Gespräch hat er einmal gesagt, „weil wir uns nicht entsorgen können, müssen wir Lösungen suchen“. ... comment
sommerregen.,
Donnerstag, 18. Oktober 2007, 19:24
.:.:Schändet Eure Neoliberalen Biographien:.:.
Schändet Eure Neoliberalen Biographien von Pollesch darf natürlich auch nicht verpasst werden.
Pure Provokation mit, ach nee, rasantem Tempo :) Anschauen! Dieses Stück läuft übrigens auch in den Kammerspielen. Mit bester Empfehlung, Sommerregen. ... link
marco.mucs,
Donnerstag, 18. Oktober 2007, 19:29
Wahrhaft
Wann sind die Schändungen wieder zu sehen?
... link
sommerregen.,
Donnerstag, 18. Oktober 2007, 19:33
Gute...
...Frage.
Steht bestimmt im neuen Spielplan. Wenn nicht, versuchs mit der neuen Inszenierung "Tanger Unplugged". Auch super! ... link ... comment |
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